Subtraction Cutting von Julian Roberts

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Mit dieser Zungebrech-Schnitttechnik kann man im Handumdrehen atemberaubende Drapierkleider (-röcke, -hosen etc.) ohne groß Ahnung von Schnittmustern zu haben. Alles, was man braucht ist ein enger Oberteilschnitt (oder ein T-Shirt als Vorlage) viel Stoff oder alte Bettbezüge und Lust am kreativen Ausprobieren.

Lebendige Schnittechnik mit viel Spaß am Ausprobieren

Julian Roberts hat mit Subtraction Cutting eine Technik entwickelt, die fast unvorhersehbare Drapierungen mit einfachen Mitteln erstellt. Bei der konventionellen Schnittkonstruktion wird von einem Körper ausgegangen, der eng umhüllt wird mit der Option, das Kleidungsstück dann weiter zu machen. Bei Subtraction Cutting haben wir ein Stück Stoff, das den Körper umhüllt, wie ein Tunnel. Wichtig dabei ist, dass der Körper rein-/durchpasst und Aussparungen für Kopf und Arme gelassen werden. Der restliche Stoff drapiert sich, je nachdem was man sonst noch für Durchgänge schafft, um den Körper. Das Ergebnis kann je nach Stoffart, Stoffmenge, Schwerkraft und nicht zuletzt dem Träger und seinen Bewegungen extrem unterschiedlich sein.

Abendkleider ohne Schnittmuster

Alles, was Julian Roberts zu Subtraction Cutting erarbeitet hat, stellt er in einem kostenlosen PDF als Ideen- und Gedankensammlung zur Verfügung. Dabei erklärt er grundsätzlich die Technik mit seinen Möglichkeiten und Varianten mit der Einladung, selbst aktiv zu werden. 

Auf youtube gibt es einige Videos von ihm, sehr schön ausführlich für alle Schnitt-Freaks und Leuten mit Näh-/Schnittvorerfahrung ist ein Mitschnitt einer Vorlesung an der University of Derby.

Zum Reinschnuppern ein Film, bei dem rückwärts gezeigt wird, wie seine Schnitte funktionieren: die Kleider sind an der Puppe drapiert und werden aufgetrennt, das ganze würd rückwärts abgespielt.

Für Nähanfanger

Stitchless TV erklärt (in wunderbar deutlichem und langsamen Englisch) Schritt für Schritt, wie man eine Subtraction-Cutting-Variante umsetzen kann. Dabei benennt sie auch klar, mit welchen Maßen sie gearbeitet hat, wann gebügelt und versäubert wird und verdeutlicht die Technik sehr schön an einem Beispielkleid. Es gibt eine 2. Folge, in der das mit den Kreisen und dem Zusammennähen genau gezeigt wird. Das klingt jetzt ein bisschen nach spanischen Dörfern, schauts euch einfach an!

 

Beispiel: Subtraction Cutting Rock Kleid und Rock

An meiner Mini-Büste zeig ich euch in ein paar Bildern, wie ein Kleid entsteht und wie man einen Rock mit Bündchen macht.

Zuerst nähe ich das Stück Stoff an 3 Seiten zu – eine kurze Seite bleibt offen, wir beim Bettbezug – und lege den Oberteilschnitt auf. Die offen Stoffseite ist unten. Die Seitennähte von Vorder- und Rückenteil in schwungvollem Bogen verbinden, an der Taille wird nichts geschnitten.

Nur die oberste Lage ausschneiden.

Die normalen Schulter- und ungewohnten Seitennähte schließen.

Einmal die Ansichten rundrum mit allen Nähten/Zipfeln nach außen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so sieht es aus, wenn man die Nähte etwas nach innen/anders drapiert:

Für weitere Drapiereffekte einen” Tunnel” (2 Kreise aneinander) nähen, der Umfang entspricht dabei dem Hüftumfang. Wir machen dabei eine Markierung am Kreis. Den ersten Kreis platzieren, den 2. spiegeln mit etwas 10 cm Abstand.

Und hier gilt auch wieder: Nur in der oberen Lage ausschneiden.

 

Die Kreise an der Markierung aufeinanderlegen und zusammennähen.

So sieht das von innen aus:

Das Kleid kann angezogen und durch den Tunnel hindurchgestiegen werden oder den Tunnel nach vorne legen:

Wenn der Saum vorne zu offenherzig wird, kann man ihn etwas schließen und die Naht nach innen drapieren. Fertig ist das erste Kleid!

 

Beim Rock nähen wir 3 Seiten zu, unten bleibt offen:

Auf der linken Seite ist ein anderer sieht es folgendermaßen aus:

Der Stoff muss nicht unifarben sein, hier ist ein Streifen schmaler als der andere.

Eine einer Stelle Kreis mit Hüftumfang platzieren.

Nur die erste Lage ausschneiden:

Bündchen annähen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rock anprobieren und Nähte nach innen drapieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreis anlegen mit Markierung, Kreis spiegeln mit ca. 10 cm Abstand und nur die oberste Lage ausschneiden. Kreise zusammennähen, Markierungen treffen aufeinander.

 

Beispiele aus dem Drapier-Kurs

Bei Subtraction Cutting legt man munter und aufgeregt los, drapiert begeistert und weiß dann nicht mehr genau, was man so gemacht hat. Im letzten Kurs haben wir ein paar Fotos hier als Gedächtnisstütze … und Anregung zum Nachmachen!

Wer Lust auf einen Kurs hat: In der Sommer-Nähakademie erkläre ich am 10. August 2017 die Subtraction-Technik genauer und am 11. August 2017 zaubern wir im Workshop Drapier-Designkleid traumhafte Kleider.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Antwort

  1. Mathilde
    | Antworten

    hallo interessiere mich schon sehr sehr lange für diese schnitttechnik.
    vielen vielen dank für diese tolleeeeee anleitung
    schade das das ganze soooo weit entfernt von mir statt findet.
    wäre soooo an weiteren informationen interessiert

    schönen tag

    mathilde

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